Einschlafen im Alter - oft gar nicht so einfach

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Manche Seniorinnen und Senioren kämpfen Abend für Abend beim Einschlafen mit sich. Die Schäfchen sind bereits seit etlichen Minuten alle durchgezählt, irgendwie fühlen Sie sich auch müde, doch der ersehnte Schlaf möchte einfach nicht kommen. Sie wälzen sich im Bett hin und her und probieren alles, um endlich einzuschlafen. Wieso schlafen Sie so schlecht ein? Auf diese Frage möchten wir Ihnen in unserem Beitrag einige Ursachen nennen und Ihnen Tipps geben, mit welchen Sie vielleicht zukünftig besser einschlafen.

Schlecht einschlafen – hängt es mit dem Alter zusammen?

Im Alter verändert sich die Ruhephase während der Nacht, sagen Experten und Wissenschaftler. Mit zunehmendem Alter soll der Schlaf nicht mehr so tief wie früher und insgesamt anfälliger für Störungen sein. Sie wachen beim kleinsten Geräusch auf und liegen teilweise über mehrere Stunden nachts wach. Doch das sei laut Experten vollkommen normal. Wichtig ist, wie Sie sich tagsüber fühlen. Fühlen Sie sich fit, ist soweit alles in Ordnung. Sind Sie allerdings gereizt, unkonzentriert und müde, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen. 

Ein Besuch beim Arzt kann die eine oder andere Erklärung liefern. Der unruhige Schlaf kann nicht nur altersbedingt, sondern auch auf bestehende Krankheiten zurückzuführen sein. Teilweise sind es auch Medikamente und deren Inhaltsstoffe, die zu einem unruhigen Schlaf führen. Durch eine angepasste Dosierung oder eine andere Einnahmezeit kann manchmal das Schlafproblem schon gelöst werden. 

Sind Sie tagsüber immer müde, sozusagen „dauermüde“? Dann kann eine Schlafapnoe die Ursache dafür sein. Auf diese Krankheit deuten eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit und das Gefühl, immer wie gerädert aufzustehen. Die Atemaussetzer bei einer Schlafapnoe ziehen ein chronisches Schlafdefizit nach sich. Untersuchungen in diese Richtung können beim HNO-Arzt oder im Schlaflabor gemacht werden.

Können Sie in dem Fall selbst etwas tun?

Ja, führen Sie über den Zeitraum von 2 Wochen ein Schlaf-Tagebuch. Notieren Sie darin die Zubettgehzeiten, die Aufwachzeiten, das eventuelle kleine Nickerchen am Nachmittag und notieren Sie die Schlafqualität – also Ihr Empfinden, wie Sie geschlafen haben.

Häufiger Schlafräuber: Schmerzen

Chronische Schmerzen beeinträchtigen oftmals die Nachtruhe und hindern am Einschlafen. Dazu zählen beispielsweise Rheuma, Arthrose oder Bandscheibenbeschwerden.

In diesen Fällen sind ein Schmerztherapeut oder ein Neurologe gefragt, die mit entsprechenden Medikamenten die Schmerzempfindlichkeit senken können. Dabei ist es allerdings wichtig, dass Sie die Einnahmevorgaben berücksichtigen, denn häufig machen solche Medikamente müde.

Eine Herzschwäche kann das Ein- und Durchschlafen beeinträchtigen

Ist Ihr Herz schwach, kommt es auch nachts nicht zur Ruhe. Der Grund: Um die ungenügende Pumpleistung auszugleichen, schlägt das Herz schneller. Und genau das raubt Ihnen den Schlaf und die Erholungsphasen während der Schlafphasen. 

Personen mit einer fortgeschrittenen Herzschwäche bekommen während der Nacht häufig schlecht Luft, weil sich in der Lunge Flüssigkeit staut und dadurch die Aufnahme von Sauerstoff behindert wird. Der Körper versucht, die eingelagerte Flüssigkeit loszuwerden, weshalb Patienten mit diesem Problem häufig zur Toilette müssen. Ein weiterer Faktor, der den Schlaf stört.

In diesen Fällen sollten Betroffene den Arzt aufsuchen und sich medikamentös behandeln lassen. Gerade bei Luftnot ist ein Besuch beim Kardiologen unabdingbar. Um selbst etwas Linderung zu schaffen, können Sie Ihr Kopfteil des Bettes etwas höherstellen, um Lunge und Herz zu entlasten. 

Was Sie wissen sollten

Wenn Sie gesund sind, aber trotzdem oft Mühe mit dem Einschlafen haben, können folgende Tipps helfen:

  • Die ideale Raumtemperatur für einen guten Schlaf liegt zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Am besten lüften Sie kurz vor dem Zubettgehen, um frische Luft ins Schlafzimmer zu lassen.

  • Ein dunkles Schlafzimmer wirkt sich ebenfalls positiv auf den Schlaf aus. Ein Licht in der Nacht gibt unserer inneren Uhr das Signal, dass es hell und nicht unbedingt Nacht ist. Dies hemmt die Melantoninausschüttung, wodurch man schlechter schläft. 

  • Das blaue Licht von Handy- und Smartphone-Monitoren wirkt ebenfalls dem Schlafhormon entgegen. Deshalb ist es sinnvoll, das Handy aus dem Schlafzimmer zu verbannen oder abzuschalten.

  • Schalten Sie ab und das Gedankenkarussell aus. Ein Abendspaziergang kann beispielsweise entspannend wirken und den Tag auf harmonische Weise abschliessen. Konzentrierte Atemübungen oder Yoga bieten ebenfalls die Möglichkeit, unschöne Gedanken zu vertreiben. 

  • Rituale am Abend können Ihnen einen besseren Schlaf bescheren. Geniessen Sie vor dem Zubettgehen eine Tasse Kräutertee und hören Sie leise beruhigende Musik. Oder lesen Sie in einem Buch, um den Abend langsam ausklingen zu lassen. Alkohol, der so genannte Schlummertrunk vor dem Zubettgehen ist allerdings eher kontraproduktiv.

  • Gehen Sie zu festen Zeiten ins Bett und schaffen Sie sich damit einen biologischen Rhythmus. Auch zur gleichen Zeit aufstehen, kann für das bessere Ein- und Durchschlafen von Vorteil sein.

  • Das richtige Kopfkissen ist entscheidend für einen angenehmen und erholsamen Schlaf. Ausserdem leiden Sie weniger unter Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich.

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