Wie überwinde ich meine Ängste?

Artikel Gesundheit

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Eine Angststörung kann die Lebensqualität sichtlich beeinträchtigen. Ängste, Trauer und Wut gehören zum den normalen, menschlichen Emotionen und somit zum Leben. Doch sie sollten sich in einem gesunden Mass äussern. Ist dies nicht der Fall, kann die Angst zur Krankheit werden und zu schweren Depressionen, zu einer Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit führen.

Über seine Ängste zu schweigen und sich niemanden anzuvertrauen, ist der falsche Weg. Bei Seniorinnen und Senioren ist die Angst häufig eine natürliche Folge des Alterns, weshalb etwas dagegen unternommen werden sollte. In manchen Fällen äussert sich die aufkeimende Angst ganz untypisch: Beispielsweise mit Schwindel, Schmerzen, Atemnot oder auch Schlafstörungen. Und nicht immer sind diese Symptome auf das Alter zurückzuführen. 

Die Angst – ein kurzer Überblick

Die Angst ist seit Urzeiten in uns verankert und dient dem Selbstschutz. Angst kann Leben retten, denn sie mahnt uns zu erhöhter Aufmerksamkeit und zur Vorsicht. Bei Angst oder Bedrohung ergriffen unsere Vorfahren die Flucht oder gingen zum Angriff über. Körperreaktionen, die durch die Angst hervorgerufen wurden, halfen ihnen dabei: Stresshormone werden ausgeschüttet, die Muskeln spannen sich an und das Herz schlägt schneller. Geist und Körper sind in Alarmbereitschaft und hochkonzentriert.

Auch in unserem Alltag begegnen wir immer wieder Situationen, die Angst in uns hervorrufen. Dazu gehören beispielsweise der Zahnarzttermin, Flugreisen oder die Konfrontation mit vielen Menschen. Aber auch Lebenskrisen können der Auslöser für Ängste und Angststörungen sein.

Allerdings kann die Angst in eine Angststörung umschlagen, die sich in einem Leidensdruck, in psychischen und körperlichen Beschwerden und Vermeidungshaltung äussern kann. Weiche Knie, erhöhter Blutdruck, Schwitzen und Zittern können Zeichen der Angstreaktion sein. 

Zu den häufigen Angststörungen gehören unter anderem:

  • Soziale Angststörungen

  • Phobien

  • Panikstörungen

Bei Angststörungen reagieren die Betroffenen häufig mit starker Angst, obwohl häufig gar keine Bedrohung vorliegt, sondern diese nur empfunden wird. Vermeidungshaltungen sind häufig die Folge der Angststörungen, so dass oftmals die sozialen Kontakte komplett eingeschränkt werden. Allerdings ist dies nicht der Weg, die Angst und die Angststörungen in den Griff zu bekommen. 

Wie überwinde ich meine Ängste? 

Bei manchen Personen lassen sich die Angststörungen durch Selbsthilfemassnahmen relativ gut in den Griff bekommen. Hier ein Überblick dazu.

Ängste akzeptieren und verstehen 

Ein wichtiger Schritt, um die Angst zu überwinden, ist, sie zu akzeptieren. Das heisst, Sie müssen die Gefühle zulassen und akzeptieren, denn die eigene Angst ist ein Teil von uns und nicht etwa ein Gegner. Das Wissen, der Angst nicht ausgeliefert zu sein, erleichtert den Umgang mit ihr und stärkt das Selbstbewusstsein der betroffenen Personen. Allerdings braucht es etwas Zeit, um die Angst zu verstehen und sie zu bewältigen. Anfangs sind die Fortschritte oftmals ganz klein, was jedoch keinesfalls zu Frustrationen führen sollte. Denn Zweifel und Selbstvorwürfe sind bei der Überwindung der Angst kontraproduktiv. Hinterfragen Sie ruhig Ihre Ängste und versuchen Sie, die Ursachen zu erforschen.

Stellen Sie sich Ihren Ängsten

Um Ihre Angst zu überwinden, müssen Sie sich ihr stellen. Statt die Situation, die Ihre Ängste auslöst, zu vermeiden, suchen Sie sie bewusst auf. Leiden Sie beispielsweise darunter, nicht gerne zu telefonieren, müssen Sie zum Telefonhörer greifen und gegen die Angst angehen. Gehen Sie ruhig in kleinen Schritten vor und sehen Sie jeden kleinen Erfolg als Mutmacher zum Weitermachen. So bauen Sie Ihre Ängste Schritt für Schritt ab.

Bewegung gegen Angst und Angststörungen

Etwas Sport wirkt sich nicht nur positiv auf die Psyche aus, sondern auch auf den Körper und die Gesundheit. Bewegung und Sport können mentalen Erkrankungen wie Panikstörungen und Depressionen entgegenwirken. Vor allem soll sich der Ausdauersport als sehr gutes Mittel zur Angstbewältigung herauskristallisieren. Neben der Bewegung hilft auch ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Schlaf gegen Angststörungen.

Atem- und Entspannungsübungen gegen Angststörungen

Angststörungen stehen häufig in Verbindung mit starken körperlichen Anspannungen. Deshalb ist Entspannung ganz wichtig. Mit bestimmten Entspannungstechniken können Symptome wie Schwitzen oder Herzrasen reduziert werden. Treten diese Symptome auf, können Betroffene sie mit den erlernten Entspannungstechniken abschwächen. 

Durch die Anwendung regelmässiger Entspannungsübungen kann auch die allgemeine Haltung verbessert und gelassener werden. Menschen, die entspannt durch ihren Alltag gehen, sind auch nur selten von Angststörungen betroffen. 

Auch Yoga kann der Angst entgegenwirken und Ihnen dabei helfen, Ihre Ängste zu überwinden. 

Stressmanagement gegen die Angst

Stress und Angst stehen häufig in direkter Verbindung. Eine hohe Stressbelastung kann Angststörungen hervorrufen, weshalb ein effektives Stressmanagement wichtig ist. Typische Stressauslöser wie beispielsweise Zeitdruck können durch eine gute Tagesplanung minimiert oder sogar ganz vermieden werden. Regelmässige Pausen sollten ebenfalls täglich mit eingeplant werden. 

Leider sind die Selbstmassnahmen nicht immer von Erfolg gekrönt und teilweise ist nur eine Psychotherapie die Lösung. Mit dieser professionellen Hilfe lassen sich die Angststörungen in der Regel in den Griff bekommen. Dies vor allem mit kognitiven Verhaltenstherapien, bei der schrittweise die Betroffenen mit ihrer Angst konfrontiert werden. Durch die Konfrontation der angstauslösenden Situationen erlernen die Betroffenen mit der Situation umzugehen und merken, dass ihre Angst oftmals unbegründet ist. Eventuell bereits angewandte Vermeidungsverfahren werden ebenfalls mit Hilfe des Therapeuten angegangen und minimiert oder sogar beseitigt. 

Grundsätzlich ist wichtig, dass Sie, sollten Sie von Angstzuständen betroffen sein, über Ihre Angst reden und sich nicht von Ihren sozialen Kontakten abwenden.

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